Geld & Leistungen

SCHUFA einfach erklärt

Verstehe deine Daten, deinen Score und deine Möglichkeiten.

Stand der Recherche: 06.10.2026

Das Wichtigste zuerst

Die SCHUFA ist ein privates Unternehmen, keine Behörde. Sie ist eine Auskunftei: Sie sammelt bestimmte Informationen und gibt unter rechtlichen Voraussetzungen Auskunft darüber. In Deutschland gibt es noch weitere Auskunfteien.

Unternehmen wollen einschätzen, ob vereinbarte Zahlungen wahrscheinlich kommen. Dafür berechnet die SCHUFA einen Score. Ein Score ist eine statistische Einschätzung, keine sichere Vorhersage.

Du musst dich nicht bei der SCHUFA anmelden, damit dort Daten über dich gespeichert sind. Ein SCHUFA-Account ist nur ein Weg, die eigenen Daten anzusehen.

Drei Dinge, die man trennen sollte
  1. 1Gespeicherte Datenz. B. ein Girokonto oder ein Kredit
  2. 2Berechnete Einschätzungder Score, aus bestimmten Daten berechnet
  3. 3Entscheidung des UnternehmensBank, Vermieter oder Händler entscheiden selbst

Der Score kann die Entscheidung stark beeinflussen. Entscheiden tut aber der Anbieter, oft auch mit eigenen Angaben wie deinem Einkommen.

Woher kommen die Informationen?

Vertragsunternehmen

z. B. Banken, Kreditkarten- und Leasingfirmen, Mobilfunkanbieter

melden bestimmte Vertragsdaten

Öffentliche Register

z. B. Schuldnerverzeichnis, Insolvenzbekanntmachungen

bestimmte Einträge werden übernommen

SCHUFA

speichert Informationen und berechnet Einschätzungen

Auskunft nur bei berechtigtem Anlass

Berechtigte Unternehmen

z. B. eine Bank, bei der du einen Vertrag willst

kostenlose Auskunft

Du

kannst prüfen, was über dich gespeichert ist

Nicht jeder Einkauf, keine Kontobewegungen und keine Daten von Ämtern gehen automatisch an die SCHUFA.

Welche Daten – und welche nicht?

Gespeichert sein können

  • Name, Geburtsdatum und Anschriften
  • bestimmte Bankkonten, Kreditkarten, Kredite, Leasingverträge und Bürgschaften
  • gegebenenfalls Zahlungsstörungen und Einträge aus öffentlichen Registern

Laut SCHUFA nicht gespeichert

  • Einkommen und Vermögen
  • Nationalität
  • Religion
  • Familienstand

Diese Angaben stammen von der SCHUFA selbst. Banken fragen zusätzlich eigene Angaben ab.

Deine Bank kann dein Einkommen prüfen, auch wenn es nicht im SCHUFA-Score enthalten ist.

Gespeichert heißt nicht, dass jede Information in jeden Score einfließt.

Quelle: SCHUFA: Kennt die SCHUFA Einkommen und Vermögen?

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden

A

Vertragsinformation

Vereinfachtes Beispiel

„Girokonto bei einer Bank, seit März 2025.“

Das ist kein Negativeintrag. Es zeigt nur, dass es den Vertrag gibt.

B

Anfrage

Vereinfachtes Beispiel

„Ein Mobilfunkanbieter hat im Juni Informationen angefragt.“

Eine Anfrage ist keine unbezahlte Rechnung.

C

Zahlungsstörung

Vereinfachtes Beispiel

„Ein Unternehmen hat eine offene Forderung gemeldet.“

Eine gemeldete Abweichung von vereinbarten Zahlungen. Dafür müssen rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein.

Ein niedriger Score ist nicht dasselbe wie ein Negativeintrag.

Neu in Deutschland: kein Score?

Wenn kein Score angezeigt wird, kann das unterschiedliche Gründe haben. Manchmal liegen einfach noch nicht genug Daten vor.

  • Zu wenige Daten

    Noch keine Berechnung möglich. Das ist keine schlechte Bewertung.

  • Score vorhanden

    Es gibt genug Daten für eine Berechnung.

  • Offene Zahlungsstörung

    Ein anderer möglicher Grund, warum kein Punktwert berechnet wird.

Prüfe deine Angaben: Ist dein Name richtig geschrieben? Stimmen Geburtsdatum und Adressen?

Der Score: Punkte von 100 bis 999

Der neue SCHUFA-Score nutzt Punkte von 100 bis 999. Die SCHUFA ordnet sie in vier Stufen ein:

Einstufungen der SCHUFA
  • ausreichend100–641
  • akzeptabel642–708
  • gut709–775
  • hervorragend776–999

Vereinfachtes Beispiel Fiktives Beispiel: 730 Punkte

Punkte sind keine Prozent. 800 Punkte bedeuten nicht 80 Prozent.

Der Score bewertet nicht deinen Wert als Mensch.

Ein hoher Wert garantiert keine Vertragszusage.

Bei offenen Negativinformationen gibt es eine eigene Einstufung ohne Punktwert. Fehlende Daten sind etwas anderes (siehe oben).

Unternehmen nutzen noch verschiedene Scoremodelle. Laut SCHUFA-Mitteilung vom 30.09.2026 läuft die Umstellung bis Ende 2028; der neue Score soll das zentrale Modell werden. Alte Prozentwerte lassen sich nicht in die neuen Punkte umrechnen.

Quelle: SCHUFA: Der neue SCHUFA-Score

Quelle: SCHUFA: Mitteilung zur Umstellung des Scores (30.09.2026)

Was beeinflusst den Score?

Die SCHUFA nennt zwölf Kriterien. Sie lassen sich in vier Themen ordnen:

  • Zahlungen

    Gab es gemeldete Zahlungsstörungen?

  • Erfahrung mit Verträgen

    Wie lange gibt es dein ältestes Konto und deine älteste Kreditkarte?

  • Neue Anfragen und Kredite

    Wie viele Anfragen und neue Kredite gab es in den letzten zwölf Monaten?

  • Adresse und Identität

    Wie lange wohnst du an deiner Adresse? Wurde eine Identitätsprüfung gemeldet?

Beispiele aus dem Alltag

Tippe auf eine Situation.

Vereinfachtes Beispiel

Ana ist vor zwei Monaten nach Deutschland gezogen. Ein Vermieter fragt nach der SCHUFA.

Was das bedeutet

Wahrscheinlich gibt es noch wenige oder keine Daten. Das ist keine schlechte Bewertung.

Sinnvoller nächster Schritt

Kostenlose Datenkopie anfordern, Angaben prüfen und erklären, dass du neu bist. Andere Nachweise anbieten, z. B. den Arbeitsvertrag.

Deine Daten kostenlos prüfen

Es gibt zwei gleichwertige kostenlose Wege. Du kannst frei wählen.

Kostenloser SCHUFA-Account

Online ansehen, was gespeichert ist. Der Account ist freiwillig. Die Daten werden in der Regel zum Quartalsbeginn aktualisiert, nicht täglich.

Externe Seite der SCHUFA, öffnet in neuem Fenster

Kostenlose Datenkopie (Art. 15 DSGVO)

Eine umfassende Kopie deiner gespeicherten Daten. Dafür brauchst du keinen Account.

Externe Seite der SCHUFA, öffnet in neuem Fenster

Die SCHUFA bietet auch kostenpflichtige Abos an. Für deine eigene Kontrolle brauchst du sie nicht.

Du kannst dich nicht digital ausweisen? Schau auf der SCHUFA-Seite, welche anderen Wege es gerade gibt, z. B. einen Brief mit PIN.

Datenkopie oder Nachweis für andere?

Für meine Kontrolle

Die Datenkopie ist umfangreich. Sie ist für dich selbst gedacht.

Für einen Nachweis

Für andere reichen meist nur die Angaben, die sie wirklich brauchen (Bonitätsnachweis).

Wohnungssuche: Die Datenschutzkonferenz hält es für unzulässig, wenn Vermieter die vollständige Datenkopie nach Art. 15 DSGVO verlangen. Sie enthält zu viele Informationen.

Ein kostenpflichtiges SCHUFA-Produkt ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Quelle: Datenschutzkonferenz: Selbstauskünfte von Mietinteressenten (2026)

Zahlungsstörungen und Speicherfristen

Eine einzelne Mahnung führt nicht automatisch zu einem SCHUFA-Eintrag. Und eine bezahlte Forderung wird nicht immer sofort gelöscht.

Nur für erledigte Zahlungsstörungen
  1. Forderung vollständig bezahltHier beginnt die Frist
  2. 18 Monatenur wenn alle Bedingungen erfüllt sind
  3. 36 MonateGrundregel

Verkürzung auf 18 Monate nur, wenn alles zutrifft:

  • bezahlt innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung
  • keine weiteren Negativdaten bis 18 Monate nach dem Ausgleich
  • keine Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis oder aus Insolvenzbekanntmachungen

Diese Fristen gelten nicht für alle SCHUFA-Daten.

Falsche oder unzulässige Einträge musst du nicht aussitzen: Du kannst ihre Berichtigung oder Löschung verlangen.

Quelle: HBDI: Speicherung ausgeglichener Forderungen

Fehler gefunden oder abgelehnt?

  1. 1Daten und das meldende Unternehmen prüfen.
  2. 2Den Fehler genau beschreiben und Belege sammeln.
  3. 3Die SCHUFA und, wenn nötig, das meldende Unternehmen kontaktieren.
  4. 4Wenn du die Richtigkeit bestreitest: verlangen, dass die Daten während der Prüfung eingeschränkt werden.
  5. 5Das Ergebnis kontrollieren.

Die Antwort muss grundsätzlich innerhalb eines Monats kommen. Eine Verlängerung um bis zu zwei Monate ist möglich, wenn sie begründet und im ersten Monat mitgeteilt wird.

Quelle: Datenschutz Baden-Württemberg: Betroffenenrechte

Vertrag abgelehnt?

Frag den Anbieter, welche Auskunftei und welcher Score wichtig waren. Du kannst eine verständliche Erklärung der wichtigsten Daten und der Bewertung verlangen. Einen Anspruch auf den Vertrag gibt das nicht.

Hier bekommst du Hilfe

  • Verbraucherzentrale
  • Datenschutzaufsicht: für die SCHUFA der Hessische Beauftragte für Datenschutz (HBDI)
  • SCHUFA-Schlichtungsstelle – erst nach einem Kontakt mit dem Privatkundenservice
  • Anerkannte Schuldnerberatung bei Zahlungsproblemen

Schlechte Bonität allein schließt ein Basiskonto nicht aus. Es gelten aber Voraussetzungen und andere gesetzliche Ablehnungsgründe. Mehr zum Bankkonto

Begriffe auf dieser Seite

Tippe auf einen Begriff für eine kurze und einfache Erklärung.

Das ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Prüfe die Angaben bei der offiziellen Quelle.

Deine nächsten Schritte

Beantworte ein paar Fragen. MeaNext zeigt dir, welche Themen und Schritte zu deiner Situation passen.

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