Was brauchst du?
Wenn du in Deutschland eine Wohnung mietest, zahlst du die Heizung oft nicht jeden Monat nach deinem genauen Verbrauch. Meist zahlst du zuerst monatliche Vorauszahlungen. Später kommt eine Abrechnung.
- 1.So läuft es meistens ab
- 2.Über den Vermieter oder eigener Vertrag?
- 3.Heizkosten 2026: Prognose / bundesweiter Vergleich
- 4.Was heißt das für Gas?
- 5.Warum Öl und Gas zusätzlich teurer werden können
- 6.Du musst die CO₂-Kosten nicht immer allein tragen
- 7.So kannst du Heizkosten senken
- 8.Abschlag prüfen – nicht einfach erhöhen
- 9.Deine Heizkostenabrechnung ist sehr hoch?
- 10.Du darfst Belege zur Abrechnung einsehen
- 11.Ich kann die Nachzahlung nicht bezahlen
- 12.Hohe Heizkosten-Nachzahlung? Warte nicht.
- 13.Du heizt mit Heizöl, Pellets oder Holz?
- 14.Du hast eine Sperrandrohung bekommen?
- 15.Jetzt handeln
- 16.Gut zu wissen
So läuft es meistens ab
Ein Jahr sieht bei vielen Mietern so aus:
- 1. Du zahlst jeden Monat eine Vorauszahlung, oft zusammen mit der Miete (Warmmiete).
- 2. Nach dem Abrechnungsjahr werden die echten Kosten berechnet.
- 3. Du bekommst eine Jahresabrechnung.
- 4. Ergebnis: Guthaben (du hast zu viel vorausgezahlt, du bekommst Geld zurück) oder Nachzahlung (die echten Kosten waren höher, du zahlst den Rest).
Über den Vermieter oder eigener Vertrag?
Das ist ein wichtiger Unterschied. Bei einer Zentralheizung im Haus zahlst du die Heizung meist über die Nebenkosten an den Vermieter. Hast du dagegen eine eigene Gastherme in der Wohnung (Gas-Etagenheizung), hast du oft einen eigenen Vertrag mit einem Energieanbieter. Dann zahlst du Abschläge direkt an den Anbieter und bekommst von ihm die Jahresrechnung. Im Mietvertrag oder in deinen Abrechnungen siehst du, was bei dir gilt.
Weißt du, womit du heizt?
Tippe auf deine Heizart. Du bekommst einen kurzen Hinweis. Nichts wird gespeichert.
Heizkosten 2026: Prognose / bundesweiter Vergleich
Der Heizspiegel 2026 (co2online mit dem Deutschen Mieterbund) hat Beispielkosten für eine 70-m²-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus berechnet. Für 2026 erwartet er im Durchschnitt:
Was heißt das für Gas?
Der Heizspiegel erwartet für Gas 2026 im Jahresdurchschnitt leicht niedrigere Kosten, unter anderem weil die Gasspeicherumlage weggefallen ist. Die Großhandelspreise sind aber zuletzt gestiegen. Solche Preise kommen oft erst mit Verzögerung bei den Verträgen der Haushalte an. Wann und wie stark sich dein eigener Gastarif ändert, kann niemand genau sagen. Das sind bundesweite Vergleichswerte und Prognosen. Deine tatsächlichen Kosten können anders sein.
Warum Öl und Gas zusätzlich teurer werden können
Bei Erdgas und Heizöl ist ein CO₂-Preis im Preis enthalten. Dadurch können fossile Brennstoffe zusätzlich teurer werden. 2026 liegt dieser Preis in einem Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne CO₂. Die Bundesregierung will ihn 2027 auf diesem Niveau halten. Das Gesetz dazu wird im Bundestag beraten und ist noch nicht beschlossen (Stand: 4. Oktober 2026). Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) soll nach der Verschiebung 2028 starten.
Du musst die CO₂-Kosten nicht immer allein tragen
Wird dein Haus mit Gas oder Öl beheizt, werden die CO₂-Kosten zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt. Wie viel jeder trägt, hängt davon ab, wie gut das Gebäude gedämmt ist.
- Zentralheizung: Der Vermieter muss seinen Anteil normalerweise schon in der Heizkostenabrechnung abziehen. Schau nach, ob das dort steht.
- Eigener Gasvertrag (z. B. Gas-Etagenheizung): Du musst den Anteil des Vermieters oft selbst ausrechnen und von ihm verlangen. Dafür gibt es eine Frist von zwölf Monaten ab der Rechnung deines Anbieters.
So kannst du Heizkosten senken
Diese Schritte gehen auch in einer Mietwohnung, ohne Umbau:
- Richtig heizen: Heize Räume so, wie du sie nutzt. Das Schlafzimmer darf kühler sein als das Wohnzimmer. Auf vielen Thermostaten ist Stufe 3 etwa 20 °C. Stufe 5 macht den Raum nicht schneller warm, nur am Ende wärmer.
- Richtig lüften: Lieber mehrmals am Tag 5–10 Minuten Fenster ganz auf als stundenlang gekippt. Dreh die Heizung beim Lüften herunter.
- Heizkörper frei lassen: Keine Möbel, langen Vorhänge oder Wäsche davor oder darauf.
- Heizung entlüften: Gluckert ein Heizkörper oder wird er nur halb warm, ist oft Luft drin. Wenn du unsicher bist oder etwas kaputt ist, sag dem Vermieter oder der Hausverwaltung Bescheid, statt selbst an der Anlage zu arbeiten.
- Fenster und Türen prüfen: Zieht es, geht Wärme verloren. Melde das dem Vermieter. Bauliche Änderungen nur mit seiner Erlaubnis.
- Warmwasser beachten: Auch warmes Wasser kostet Energie. Kürzer duschen und ein Sparduschkopf helfen.
- Nicht zu stark auskühlen lassen: Sparen heißt nicht frieren. In sehr kalten Räumen kann sich Feuchtigkeit an den Wänden sammeln und Schimmel entstehen. Auch Räume, die du wenig nutzt, sollten nicht unter etwa 16 °C fallen.
- Verbrauch beobachten: Lies, wenn möglich, regelmäßig den Zähler ab oder vergleiche deine Abrechnung mit dem Vorjahr.
Abschlag prüfen – nicht einfach erhöhen
Die monatliche Zahlung sollte ungefähr zu deinem Verbrauch und zum aktuellen Preis passen.
- Zu niedrig: Am Ende kann eine große Nachzahlung kommen.
- Unnötig hoch: Der Anbieter hat einen Teil deines Geldes, das du gerade selbst brauchen könntest.
- Eigener Energievertrag: Prüfe mit Zählerstand und Preis aus deinem Vertrag, ob der Abschlag passt, und frag den Anbieter. Heizung über den Vermieter: Du zahlst Nebenkostenvorauszahlungen an den Vermieter. Eine Anpassung läuft dann über ihn, meist nach der Abrechnung.
Deine Heizkostenabrechnung ist sehr hoch?
Eine hohe Abrechnung ist nicht automatisch falsch. Prüfe aber in Ruhe diese Punkte:
- Steht die richtige Wohnung drauf?
- Stimmt der Abrechnungszeitraum?
- Wurden alle deine Vorauszahlungen abgezogen?
- Ist der Verbrauch realistisch, z. B. im Vergleich zum Vorjahr?
- Wie wurden die Kosten auf die Wohnungen im Haus verteilt?
- Kannst du die Energiekosten nachvollziehen?
- Sind Reparaturen eingerechnet? Die gehören nicht hinein.
- Bei Gas oder Öl: Wurde der CO₂-Anteil des Vermieters abgezogen?
Du darfst Belege zur Abrechnung einsehen
Du kannst den Vermieter bitten, dir die Rechnungen und Unterlagen zur Abrechnung zu zeigen. Einwände gegen eine Betriebskostenabrechnung sind in der Regel bis zwölf Monate nach Erhalt möglich. Das heißt aber nicht, dass du die Zahlungsfrist auf der Abrechnung einfach ignorieren kannst. Bei Streit helfen die Verbraucherzentrale, ein Mieterverein oder eine Rechtsberatung. Ob deine Abrechnung rechtlich stimmt, kann MeaNext nicht entscheiden.
Ich kann die Nachzahlung nicht bezahlen
Nicht ignorieren, hole dir früh Hilfe. Eine hohe Nachzahlung kann dazu führen, dass du in dem Monat, in dem sie fällig ist, deinen Lebensunterhalt nicht mehr ganz selbst bezahlen kannst. Dann kann geprüft werden, ob du für diesen Zeitraum Anspruch auf Sozialleistungen hast und ob die Nachzahlung als Kosten für Unterkunft und Heizung berücksichtigt wird.
- Das kann auch dich betreffen, wenn du arbeitest, sonst keine Grundsicherung bekommst oder Wohngeld oder Kinderzuschlag erhältst.
- Du kannst arbeiten: Infrage kommt meist das Jobcenter (Grundsicherungsgeld, früher Bürgergeld).
- Du kannst nicht arbeiten, z. B. wegen Alter oder Krankheit: Infrage kommt meist das Sozialamt.
- Die Behörde schaut sich deine ganze Situation an: Einkommen, Vermögen, wer mit dir im Haushalt lebt und welche Heizkosten angemessen sind.
- Nicht jede Nachzahlung wird übernommen. MeaNext kann nicht versprechen, dass die Kosten bezahlt werden. Wenn du keine deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit hast, lass dich vorher beraten, ob ein Antrag Folgen für deinen Aufenthalt haben kann.
Hohe Heizkosten-Nachzahlung? Warte nicht.
Wenn du wegen einer Heizkostennachzahlung Unterstützung brauchst, stelle den Antrag möglichst sofort und grundsätzlich noch in dem Monat, in dem die Nachzahlung fällig ist. Ein späterer Antrag kann dazu führen, dass die Kosten nicht mehr für den richtigen Zeitraum berücksichtigt werden.
Hilfe bei hohen HeizkostenDu heizt mit Heizöl, Pellets oder Holz?
Nicht nur eine Heizkostenabrechnung kann wichtig sein. Wenn du deine Wohnung selbst mit Heizöl, Pellets oder anderem Heizmaterial versorgst und den nötigen Kauf nicht bezahlen kannst, können Jobcenter oder Sozialamt das ebenfalls prüfen.
- Stelle den Antrag, bevor du bestellst, und lege ein Angebot oder einen Preisnachweis bei.
- Nicht jede Bestellung wird übernommen. Die Behörde prüft, ob die Menge und der Preis angemessen sind. Normaler Haushaltsstrom zählt nicht als Heizkosten – außer du heizt mit Strom.
Du hast eine Sperrandrohung bekommen?
Strom oder Gas werden normalerweise nicht sofort nach einer verpassten Zahlung abgestellt. In der Grundversorgung gelten diese Regeln:
- Der Rückstand ist mindestens doppelt so hoch wie ein Monatsabschlag und mindestens 100 €.
- Der Anbieter muss die Sperre vorher schriftlich androhen.
- Zwischen dieser Androhung und der Sperre liegen mindestens vier Wochen.
- Kurz vor der Sperre muss der Termin noch einmal angekündigt werden. Wäre eine Sperre wegen einer besonderen Härte unverhältnismäßig, gelten zusätzliche Schutzregeln. Verträge außerhalb der Grundversorgung können im Detail andere Regeln haben.
Jetzt handeln
Je früher du reagierst, desto mehr Möglichkeiten hast du.
- 1. Schreiben nicht ignorieren.
- 2. Energieanbieter sofort kontaktieren.
- 3. Ratenzahlung oder eine mögliche Abwendungsvereinbarung prüfen.
- 4. Bei finanzieller Not Jobcenter, Sozialamt oder eine Schuldner- oder Verbraucherberatung kontaktieren.
Gut zu wissen
Diese Seite gibt dir Orientierung, keine Rechtsberatung. Preise und Regeln können sich ändern. Bei deiner eigenen Abrechnung helfen Verbraucherzentrale, Mieterverein oder eine Beratungsstelle.
Begriffe auf dieser Seite
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co2online: Heizspiegel für Deutschland 2026
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Verbraucherzentrale: Heizkostenabrechnung prüfen
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Verbraucherzentrale: Unterstützung bei hohen Heizkosten
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Verbraucherzentrale: CO₂-Preis und Heizkosten
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Bundeswirtschaftsministerium: Rechentool CO₂-Kostenaufteilung
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